Buchhandlung Kilgus


Wen der Rabe ruft

Blue lebt in Henrietta, genauer gesagt im Fox Way. Dort leben unzählige Tanten und Halbtanten, die ebenso wie Blues Mutter Maura Wahrsagerinnen sind. Blue ist die Einzige, die diese Gabe nicht hat; Stattdessen macht sie Energien „lauter“, wie sie selbst sagt, und wird deshalb oft zu Sitzungen dazugeholt. Seit ihrer Kindheit wird Blue von einer Prophezeiung verfolgt: Wenn sie ihre wahre Liebe küssen würde, würde dieser Junge sterben. Also küsst Blue generell niemanden.
Jedes Jahr am Vorabend des Markustags geht Blue mit ihrer Mutter auf den Kirchhof, um die Energien der Toten zu verstärken, damit Maura mit ihnen reden kann. Dieses Mal begleitet sie Neeve, eine Freundin ihrer Mutter. Und in dieser Nacht sieht Blue das erste Mal in ihrem Leben einen Geist – was natürlich einerseits bedeutet, dass er sterben wird, aber andererseits auch, dass er Blues wahre Liebe ist. Und sie wird ihm den Tod bringen. Bei einer kurzen Unterhaltung erfährt sie seinen Namen – Gansey.
Gansey geht auf die Aglionby Academy, eine Elite-Schule für sehr reiche Söhne noch reicherer Väter. Zu ihm gehören Adam, Noah und Roran, seine Freunde. Aglionby-Jungs sind arrogant, selbstbewusst, fühlen sich als etwas besseres und Blue verachtet sie zutiefst. Sie sind alle vier sehr starke Persönlichkeiten. Gemeinsam sind sie auf der Suche nach den Ley-Linien, starken Energieströmen, die unter der Erde liegen und Magie verstärken. Gansey will Glendower finden, einen alten König, der seit hunderten von Jahren irgendwo auf den Ley-Linien schlafen soll. Er ist besessen von seiner Suche, führt ein Notizbuch und verbringt jede freie Minute damit, neue Hinweise zu sammeln. Adam und die anderen haben sich von seiner Begeisterung anstecken lassen und helfen ihm.
Als Blue und die vier Jungs in einem Café aufeinander treffen, verliebt sich Adam in Blue.
Etwas später kommen die vier in den Fox Way, um sich die Karten legen zu lassen und etwas über die Ley-Linien herauszufinden – ohne zu wissen, dass Blue dort wohnt. Als Blue Ganseys Namen hört, bekommt sie einen Schreck. Aber als Adam sie ein paar Tage später fragt, ob sie mit auf die Suche kommt, willigt sie ein und versteht sich gut mit den Aglionby-Jungs.
Zunächst scheint ihre Suche eine entspannte, süchtigmachende Freizeitbeschäftigung zu sein, aber als sich der Lateinlehrer als Mörder und gefährlicher Widersacher herausstellt, schlägt alles um. Es geht um Leben und Tod. Und Glendower wird nur dem, der ihn erweckt, Gnade zuteil werden lassen.
Und gleichzeitig spukt Blue, die sich zu Adam hingezogen fühlt, der Gedanke im Kopf herum, dass laut der Prophezeiung und dem, was sie gesehen hat, Gansey ihre wahre Liebe ist und innerhalb des nächsten Jahres sterben wird.

Ein Buch über Liebe, Enttäuschung, Vertrauen und der intuitiven Suche nach der Magie im Leben.

Insgesamt sehr mitreißend, allerdings läuft die Handlung nur langsam an, weshalb es sich zu Beginn etwas zieht. Die Schilderungen sind sehr detailreich und lassen die Geschichte vor dem inneren Auge des Lesers entstehen.
Letztendlich ist die Geschichte faszinierend, man wird wie Gansey in den Bann der Ley-Linien gezogen und will immer weiter lesen, bis sie endlich Glendower finden.
Aber ob sie ihn wirklich finden, sei hier nicht verraten...
Autor/in: Maggie Stiefvater
Erscheinungsjahr: 2013
Rezensionist/in: SH.