Buchhandlung Kilgus


Mercy – Ist Liebe ewig? Gefangen

Dieses Buch handelt von Mercy. Sie weiß nicht, was sie ist: Sie hat keinen Körper und ihre Erinnerung verblasst immer nach wenigen Tagen.
Ihr Leben lang „besetzt“ sie die Körper von anderen Mädchen und lebt eine Weile deren Leben. Aber sie will endlich wissen, wer und vor allem was sie ist. Liegt sie vielleicht im Koma und träumt das alles nur? Oder steht über all dem eine höhere Macht? Sie beschließt, auf jeden Fall ihr Bestes zu geben, da sie nicht weiß, warum sie diesem Fluch ausgesetzt ist.

Diesmal landet Mercy in dem Körper von Carmen, einem unscheinbaren Mädchen, das von allen gehänselt und ausgegrenzt wird. Aber sie hat eine wunderbare Stimme, und Mercys Andersartigkeit verleiht dieser Stimme so einen überirdischen Klang, dass alle begeistert sind.
Carmen ist wegen eines Austauschprogramms in das Örtchen Paradise gekommen, um eine Mahler-Sinfonie aufzuführen. Aber unter der glatten Oberfläche des Dorfes brodelt es: Vor fast genau zwei Jahren ist ein Mädchen entführt worden. Lauren war ein Ausnahmetalent, sowohl beim Singen als auch intellektuell. Und sie war die Tochter von Carmens Gastfamilie. Ihr Zwillingsbruder wird von seiner Trauer und dem Schmerz aufgefressen, und dass das ganze Dorf etwas über Inzest munkelt, macht die Sache auch nicht besser. Außerdem ist er der Einzige, der noch daran glaubt, dass Lauren lebt – weil er durch seine einzigartige Verbindung zu ihr vage Träume bekommt, die ihm Bilder voller Elend schicken.
Mercy bemerkt, dass sie die Herzen der anderen lesen kann, und dadurch erfährt sie, dass Ryan Recht hat: Lauren lebt. Gemeinsam mit Ryan macht sie sich auf die Suche.
Für Mercy gibt es aber noch ein anderes Problem: Sie darf Carmens Zukunft nicht verbauen, indem sie die Proben schwänzt. Also versucht sie mit einer Gratwanderung, Carmens Leben zu verbessern und Laurens zu retten.
Gleichzeitig wird sie immer wieder von einer Lichtgestalt besucht, die ihr sehr vertraut vorkommt, an die sie sich aber nicht erinnern kann. Der Mann erzählt ihr Dinge, auf die sie sich keinen Reim machen kann und warnt sie vor etwas, was sie nicht versteht.
Das Einzige, was Mercy Halt gibt, ist Luc: Er ist wie sie, und er besucht sie immer im Traum. Er ist der Einzige, den sie nicht vergisst. Und daher erschrickt sie so, als sie Ryan das erste Mal sieht: Er schaut Luc zum Verwechseln ähnlich.
Durch ihre risikoreiche Suche begeben sich Ryan und Carmen selbst in große Gefahr. Denn Laurens Entführer hat sie bemerkt.

Dieses Buch ist faszinierend und verwirrend zugleich. Man versteht nicht ganz, was Mercy ist, aber vielleicht wird das in den drei nachfolgenden Bänden klarer.
Außerdem bricht es mit unserem normalen Weltbild, weil acht Lichtgestalten die Macht über alles haben, sozusagen die Götter sind.
Jedes Mädchen, das sein eigenes Licht unter den Scheffel stellt, sich dessen bewusst ist, aber sich trotzdem irgendwie nicht traut, aus ihrem Schneckenhaus zu kriechen, wird sich sehr gut mit Carmen identifizieren können.
Autor/in: Rebecca Lim
Erscheinungsjahr: 2011
Rezensionist/in: SH.